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Mit welcher Kamera ich fotografiere und warum

Oft werde ich auch gefragt mit welcher Kamera ich fotografiere und warum ich mich gerade für diese entschieden habe.

Dazu zuerst folgender Gedanke: es ist nicht die Kamera, die das Foto macht, sondern immer die Person, die die Kamera bedient. Sowenig wie man mit teuren Kochtöpfen besseres Essen kocht, genauso wenig macht man mit teureren Kameras bessere Fotos. Ein guter Fotograf kann auch mit dem Mobiltelefon klasse Fotos "zaubern" während ein schlechter Fotograf auch mit einer Phase One nichts tolles hinbekommt.

Was soll man sich aber nun anschaffen wenn man "ernsthaft" fotografieren möchte? Meiner Ansicht nach (und der komplette Artikel gibt natürlich nur meine Meinung wieder, ihr habt selbstverständlich das Recht, die Dinge anders zu sehen) sollte es mindestens eine der modernen Systemkameras oder eine DSLR (digitale Spiegelreflexkamera) mittlerer Preisklasse sein. Spiegelreflexkameras in der unteren Preisklasse haben einfach eine zu schlechte Bildqualität. Es gibt auch noch die Edel-Kompakten wie z.B eine Fuji X100t oder gar eine Leica Q, aber da man dort die Objektive nicht wechseln kann sind die eigentlich nur für Puristen.

Deutlich flexibler ist man mit einer Kamera mit Wechselobjektiven ausgestattet (natürlich muss man damit auch mehr mit sich herumtragen).

Ich selbst mag auch keine Kamera, deren zentrales Bedienelement ein Programmwahlrad ist und die sich nur über x-fache Menüstrukturen einstellen lässt, aber das liegt vermutlich daran, dass ich mir das Fotografieren früher mit analogen Spiegelreflexkameras beigebracht habe und es einfach mag, wenn ich einen Blendenring am Objektiv und ein Zeiteneinstellrad und Belichtungskorrekturrad an der Kamera habe.

Meine alte Contax 139 quartz

Achtet unbedingt darauf, dass sich alle Automatiken abschalten lassen, denn über kurz oder lang werdet ihr mit manuellen Einstellungen arbeiten, denn nur ihr wisst, welche Bildwirkung ihr erzielen wollt. Das kann keine Kameraautomatik leisten.

Digitale Spiegelreflexkameras sehe ich in der Endphase ihrer Entwicklung, sie werden nach und nach von den Systemkameras abgelöst werden, die das modernere Konzept haben. Aktuell sind die großen DSLRs noch bei Wildlife- und rasanter Sport-/Actionfotografie im Vorteil, aber auch das wird sich in den kommenden Jahren noch geben.

MFT-Kameras (mit Micro Four Thirds großem Sensor) konnten mich einfach noch nicht überzeugen, aber wenn sie euch attraktiv erscheinen, testet sie.

Mit welcher/n Kamera/s fotografiere ich nun? Es sind ausnahmslos Fuji Kameras, und zwar die Systemkameras X-T1 und X-T10 sowie eine Edelkompakte, die X100t.

Fuji Trio (X-T1, X100t und X-T10)

Bei den ersten beiden kann ich Objektive und Akkus beliebig austauschen, die X100t hat ein festverbautes Objektiv und ein kleineres Akkuformat, bringt aber den Charme eines Zentralverschlusses und eines Hybrid-Suchers (optisch/elektronisch) mit, die ihre Besonderheit ausmachen.

Die Fujis haben mich vom ersten Augenblick an überzeugt: Bedienelemente, wie ich sie von früher kenne, gepaart mit einer Bildqualität, die sich vor nichts bis zum "Vollformat" verstecken muss. Mich stört eigentlich der Begriff "Vollformat", was nämlich nichts weiter als das alte Kleinbildformat ist (der Begriff "Vollformat" ist eine reine Marketingschöpfung um etwas zu suggerieren, was nicht da ist, Kleinbild klang den Werbefuzzis wohl zu mickrig für die Preise, die sie aufrufen. Dadurch ist jetzt Vollformat kleiner als Mittelformat). Logisch ist das Sensorformat der Fujis um den Faktor 1,5 kleiner als das Kleinbildformat, aber mit diversen Techniken (X-Trans-Sensor, der keinen Tiefpassfilter benötigt, etc) erreicht Fuji trotzdem die Bildqualität des größeren Sensors (z.B. in bezug auf Schärfentiefe, Plastizität, usw).

Ich möchte den Artikel aber nicht zu technisch werden lassen, die Fujis haben für mich einfach das richtige Konzept, eine wunderbare Haptik und Anmutung. Ich hatte mal einen Vergleich zwischen Sony und Fuji gelesen, der als Fazit hatte, dass die Sony Kameras für Techniker entwickelt würden und die Fujis für Fotografen und dem kann ich nur zustimmen.

So, jetzt wisst ihr mit was ich fotografiere und warum. Mein Rat an alle, die sich unschlüssig sind: engt die möglichen Kandidaten auf 2-3 ein und geht in ein Fachgeschäft um euch alle mal anzuschauen, in die Hand zu nehmen und im Idealfall auch mal 1-2 Stunden auszuleihen. Dann kauft die, die euch am "behaglichsten" ist, denn eine Kamera die keinen Spaß macht, liegt viel zu oft nur zuhause herum.

Und noch eine Bitte: kauft auch bei dem Fachgeschäft, wo ihr beraten wurdet und die Kameras ausprobieren durftet. Kostet zwar vielleicht ein paar Euro mehr, aber soviel Fairness sollte sein (oft kann man auch noch etwas handeln und ist dann gar nicht so weit vom Onlinepreis entfernt).

Noch ein letzter Tipp: wenn das eigene Budget nicht für die Wunschkamera ausreicht sollte man sich den Gebrauchtmarkt anschauen. Hier lässt sich die gewünschte Kamera oft in gutem Zustand für einen deutlichen Abschlag zum Neupreis erstehen.

Update: inzwischen sind es zwei X-T2 (die Arbeitstiere), eine X100F (die Schöne) und eine X70 (die Kompakte).

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